31.07.2026
Orange Wine
Trend oder jahrtausendealte Tradition?
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31.07.2026
Trend oder jahrtausendealte Tradition?
Orange Wine gilt heute als einer der umstrittensten und missverstandenen Weinstile der Weinwelt. Tatsächlich ist die Idee dahinter alles andere als neu.
Anders als Weisswein wird Orange Wine nicht sofort von den Traubenschalen getrennt. Stattdessen vergärt der Most, ähnlich wie bei Rotwein, gemeinsam mit den Schalen. Dieser Vorgang wird Maischegärung genannt und heisst im Portugiesischen Curtimenta.
Genau diese verlängerte Kontaktzeit zwischen Saft und Schale verleiht dem Wein mehr Struktur, eine oft markante Aromatik und teilweise eine sehr charakteristische Farbe.
Curtimenta beschreibt die Maischegärung von weissen Trauben.
Während klassische Weissweine meist direkt nach dem Pressen vergären, bleibt der Most bei der Curtimenta für Stunden, Tage oder sogar mehrere Wochen zusammen mit den Schalen.
Dabei werden Farbstoffe, Phenole, Gerbstoffe und zahlreiche Aromakomponenten aus den Beerenschalen gelöst.
Das Ergebnis sind Weine mit mehr Griff, Struktur und Tiefe.
Der Name führt etwas in die Irre.
Je nach Rebsorte, Dauer der Maischegärung und Ausbau reicht die Farbe von kräftigem Goldgelb über Bernstein bis zu kupferfarbenen Tönen. Manche Weine wirken fast honigfarben, andere zeigen einen leichten Orangeschimmer.
Orange Wine beschreibt deshalb weniger eine Farbe als vielmehr eine Vinifikationsmethode.
Orange Wines unterscheiden sich deutlich von klassischen Weissweinen.
Je nach Stil zeigen sie Noten von getrockneten Zitrusschalen, Tee, Kräutern, Nüssen, Gewürzen oder reifen Steinfrüchten. Gleichzeitig besitzen sie häufig eine feine Gerbstoffstruktur, die man sonst eher von Rotweinen kennt.
Manche wirken frisch und geradlinig, andere kraftvoll und komplex.
Orange Wine ist deshalb keine eigene Rebsorte und kein einheitlicher Geschmack, sondern eine andere Art, Weisswein auszubauen.
Mehr Griff, mehr Struktur und eine andere Perspektive auf Weisswein – entdecke unsere Auswahl.
Auch in Portugal gewinnt die Curtimenta wieder an Bedeutung.
Immer mehr Winzer greifen traditionelle Methoden auf und interpretieren sie neu. Besonders autochthone Rebsorten eignen sich hervorragend für diese Art des Ausbaus, da sie Struktur, Frische und Aromatik miteinander verbinden.
Orange Wine ist deshalb weniger ein neuer Trend als vielmehr die Wiederentdeckung einer jahrhundertealten Vinifikationsmethode.
Denn manchmal entstehen die spannendsten Weine nicht durch neue Ideen – sondern durch alte Techniken, die neu interpretiert werden.
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